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Von der Großstadt Kiew ins südliche Emsland gereist

Ein lang gehegter Wunsch von Anna war es, irgendwann in Deutschland zu leben. Nachdem sie ein Jahr als Au-Pair in einem Vorort von Frankfurt gelebt hat, kam Anna von Kiew in das idyllische Emsland nach Emsbüren.

 

In einer Großstadt aufgewachsen, absolviert Anna ihre Ausbildung heute als Industriekauffrau bei der Hermann Paus Maschinenfabrik. Rund 1800 km trennen sie von ihrer Heimat. Dort lebte sie in einem Vorort in einem großen Wohngebiet mit ihrem kleinen Bruder und ihren Eltern. Als engagierte Schulsprecherin setzte sich Anna früh für verschiedene Kriegshilfen ein und unterstütze gemeinsam mit den Mitschülern z.B. Kriegs-Betroffene in ihrem Land und schenkte Hoffnung in ihrer schwierigen Situation.

Nach der Schule kam die Zeit der Entscheidungen. Die damals 17- jährige strebte ein Linguistik -Studium an, ohne ihren Wunsch, irgendwann nach Deutschland zu fahren und vielleicht mal dort zu leben, aufzugeben. Mit ihrem 18. Geburtstag hatte sie die Möglichkeit auch im Ausland studieren zu können. Um die deutsche Sprache besser kennen zu lernen, entschied sich Anna ein Au-Pair Jahr in Deutschland zu machen. Ein Jahr verbrachte Anna somit bei ihrer Gastfamilie, in der Nähe von Frankfurt.

Ausbildung oder Studium?

Den Studienwunsch in Deutschland nach dem Au-Pair Jahr hatte Anna immer noch. „Frei von Korruption und mit umfänglicher Meinungsfreiheit hat man hier in Deutschland die Chance etwas zu ändern, anders als in der Ukraine, wo man für seinen Erfolg zahlen muss.“, berichtet Anna.
Durch Zufall verbrachte Anna ihre Sommermonate bei Bekannten ihrer Gastfamilie in Emsbüren. Erst waren nur drei Monate geplant, doch das Ehepaar bot ihr weiterhin Unterstützung an. Zudem kam der Vorschlag eine Ausbildung anzustreben, bei der die Praxis und Theorie gelehrt wird.

Als internationales Unternehmen und mit einer Exportquote von ca. 75 Prozent, inkl. GUS-Staaten, bot sich für die Muttersprachlerin für Russisch das Familienunternehmen Hermann Paus mit dem Standort in Emsbüren an.
In einem 3-monatigen Praktikum wollte Anna herausfinden, ob sie sich in diesem Bereich wohlfühlt. Das gute Gefühl während des Praktikums hat sie in ihrer Entscheidung bestärkt, denn sie schloss das Praktikum mit einem hervorragenden Zeugnis ab, erzählt Anna stolz. Doch noch wichtiger ist, dass sie endlich etwas gefunden hatte, was ihr Spaß macht.

Am 03.08.2019 begann der erste Ausbildungstag. Mit dem Ausbildungsbeginn bei der Hermann Paus Maschinenfabrik lernte die Ukrainerin viele neue Menschen kennen. Ihre offene Art half außerdem, dass sie freundlich in die Paus-Belegschaft aufgenommen wurde. „Ich habe mich schnell wohlgefühlt“, sagt Anna.

„An Paus gefällt mir vor allem die Vielfalt. Durch meine Ausbildung werde ich universal in vielen Abteilungen eingesetzt und lerne die unterschiedlichsten Arbeitsabläufe kennen. Ich schätze vor allem das Arbeitsklima im Familienunternehmen. Man ist nicht nur eine von vielen, sondern wird hier als Person sehr geschätzt.“ berichtet Anna freudig.
Anwenden kann Anna ihr Russisch vor allem im Vertrieb. Hier unterstützt Sie z.B. die Kommunikation mit den Kontakten aus den GUS-Staaten oder bei Übersetzungen von Datenblättern. Wie jede andere Auszubildende im Betrieb, durchläuft sie die verschiedenen Abteilungen der Firma im Rahmen ihrer Ausbildung. Was Anna nach ihrer Ausbildung machen möchte, weiß sie noch nicht.

Bereut hat Anna ihre Entscheidung aber nicht. „Ich kann mich glücklich schätzen, dass alles so gekommen ist. Durch Paus hat sich eine neue Tür für mich geöffnet. Eine vergleichbare Ausbildung hätten wir in der Ukraine nicht erhalten. Als Industriekauffrau organisiert und begleitet man Arbeitsabläufe. Mir gefällt bei Paus besonders das Zusammenspiel von der Planung bis zur Produktion. Durch das vielfältige Produktsortiment arbeiten die Abteilungen stark zusammen.“
Außerdem erzählt Anna, dass sie zwei neue Familien bekommen hat, die sie mit ihren Ideen unterstützen.

Am meisten vermisst Anna dennoch ihr dortiges soziales Umfeld und der Kontakt zu den Freunden in ihrer Heimat. Durch Corona wurde die Situation nicht einfacher. Erst nach Weihnachten 2019, in den im Sommer 2020, war sie zuletzt in der Ukraine. Dennoch hat sie jeden Tag Kontakt zu ihrer Familie und versucht diese regelmäßig zu besuchen.

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